Johann Plocek

Straßenbahner. Widerstandskämpfer. Hingerichtet.

* 1890    † 1943

 

Lebenslauf

Johann Plocek wurde am 19.5.1890 in Wien geboren. Er arbeitete als Schlosser und Straßenbahner.

Mitglied der Widerstandsgruppe im Straßenbahn-Betriebsbahnhof Brigittenau

Johann Plocek gehörte wie sein Schwager Josef Krčmarik der Widerstandsgruppe im Straßenbahn-Betriebsbahnhof Brigittenau an.

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Am 12. 1. 1942 wurde Johann Plocek verhaftet und am 8. 12. 1942 gemeinsam mit Josef Friedl, Josef Krčmarik, Ludwig Kupsky, Leopold Slaby und Friedrich Stix (alle hingerichtet) zum Tode verurteilt. Am 30.3.1943 wurde er im Landesgericht I in Wien hingerichtet.

Aus dem Urteil

„1918 wurde er als Zugsführer [a. d. Heer] entlassen. Er fand sogleich Arbeit, eine zeitlang auch bei Wagner & Biro, die dafür bekannt war, dass die Gefolgschaft fast ausschließlich aus Kommunisten bestand (…) 1934 machte Plocek die Fortführung des Betriebes der Straßenbahn dadurch teilweise unmöglich, dass er aus Triebwagen die Kohlebürsten entfernen ließ. Er wurde daher mit drei Monaten Polizeiarrest bestraft und am 7. 2. 1935 seines Dienstverhältnisses bei der Städtischen Straßenbahn (…) für verlustig erklärt. (…) Alsbald nach seiner erfolgten Wiedereinstellung auf dem Straßenbahnbetriebsbahnhof Brigittenau nahm der Angeklagte Plocek an einer Besprechung der Funktio­näre Haider, Krčmarik und Buchta teil, in der über die Fortführung und den Neuaufbau der KP-Zelle des Bahnhofes verhandelt wurde.“

Gedenktafel, Denkmal

Sein Name steht auf der 1946 enthüllten Gedenktafel am Straßenbahn-Betriebsbahnhof Brigittenau (Wien 20, Wexstraße 13-15); ebenso auf dem 1953 enthüllten Denkmal am Straßenbahn-Betriebsbahnhof Erdberg (Wien 3, Erdbergstraße 202).

Gedenkort - Straflandesgericht Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Wiener Landesgerichts findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Gedenkort - Gruppe 40, Zentralfriedhof

In der Gruppe 40 wurden die im Wiener Landesgericht Hingerichteten beerdigt. 2013 wurde die Gruppe 40 zur Nationalen Gedenkstätte erklärt.

Quellen

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit. Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien, 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“ Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation. Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag. 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


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